Solche Fälle sind immer sehr tragisch. Vermutlich wären auch diese Fälle mit der nötigen Um- und Vorsicht vermeidbar gewesen Home

 

 

     

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Presse AZ vom 01.Mai 2004. Brandschäden auf Rekordhöhe!

Brandschäden 2003 im Kanton Aargau verursacht durch die Elektrizität. 9,6 Millionen Schweizerfranken.

  • Brandschäden 2004 im Kanton Aargau verursacht durch die Elektrizität. 10,99 Millionen Schweizerfranken.

 

Todesfall am Silvesterabend 2001 in Mehrfamilienhaus in Suhr.

Den Risikofaktor Fernseher nachts ausschalten!

Fernseher sind anfälliger für fatale Elektro - Defekte als andere Geräte

Brandauslöser am Belchenweg in Suhr (AG), war ein technischer Defekt an einem Fernseher. Immer wieder lassen sich Feuer auf defekte Fernsehgeräte zurückführen.

Warum die Flimmerkisten ein höheres Risikopotenzial in sich bergen als beispielsweise die heimische Stereoanlage, ist für den Laien nicht sofort ersichtlich. Niklaus Meier dagegen weiss Bescheid. Er ist Werkstattchef bei Radio TV Bolliger in Aarau, wo pro Tag um die 10 Fernsehgeräte repariert werden. Sein Rat für Verunsicherte: Das Gerät nicht über Nacht auf Standby laufen lassen, sondern immer mit dem Netzschalter ausschalten und es bei Bildstörungen umgehend zur Reparatur bringen.

Fernseher seien deshalb gefährdeter, so erklärt Meier, weil sie eine hohe Leistungsaufnahme besitzen und mit hohen Versorgungsspannungen arbeiten. Auf die Bildröhre werde beispielsweise eine Spannung von 25000 Volt aufgebracht.

Nun können sich aber insbesondere bei Bauteilen, durch die viel Strom fliesst, Lötstellen auf den Elektronikplatinen lockern. Die Folge davon ist, dass es an der Lötstelle funkt. Mit der Zeit würden Löcher in die Platinen geschmolzen, oder die Kunststoffteile im Gerät fangen im schlimmsten Fall Feuer. Die in jedem Fernseher eingebaute Sicherung versage dabei. Diese müssen nämlich die grosse Belastung beim Einschalten des Geräts von 2 bis 4 Ampere aushalten und reagieren deshalb nicht auf die kleinen Fehlerströme funkender Lötstellen.

Generell sollte deshalb ein Fernsehgerät nie unbeaufsichtigt laufen gelassen werden - auch nicht auf Standby, betont Meier. Denn im Standby-Modus steht ja ausgerechnet eines der gefährdetsten Bauelemente, nämlich das Netzteil, immer noch unter Strom. «Von uns schaltet deshalb jeder sein Gerät zu Hause immer mit dem Netzschalter aus.»

Gemäss Meier fängt ein Fernseher aber in den wenigsten Fällen aus heiterhellem Himmel Feuer. Bevor es Löcher in die Platine brenne, würden meistens Bildstörungen auftreten. Das Bild zucke oder verändere sich in der Breite. Solche Geräte solle man nicht weiter benutzen und zu einem Fachmann bringen.

Das Phänomen tritt selten auf, es habe in den vergangenen Jahren aber zugenommen, weiss Meier. 10 Geräte mit Brandlöchern kommen pro Jahr etwa in seine Werkstatt.

(AZ 04.01.02 alf)